Unterwegs auf dem Mosel-Radweg

Mosel Radweg: Berge und Wasser, Wolken und Sonne
Malerisch und märchenhaft - die Mosel bietet fantastische Ausblicke.

Eine der wohl schönsten (und flachsten!) Radwege in ganz Deutschland ist der Mosel-Radweg, der dem Fluss von der französischen Quelle bis zu seiner Mündung in den Rhein bei Koblenz folgt. Eine Tour am Moselradweg ist erholsam, denn es gibt kaum Steigungen, dafür an jeder Ecke tolle Landschaft zu bestaunen und Wein zu verkosten. Ein Erfahrungsbericht.

200 Kilometer Fluss und Berge

Wer nicht durch Frankreich und Luxemburg möchte, wo der Moselradweg offiziell beginnt, kann ganz unkompliziert in der alten Römerstadt Trier anfangen, den vielen Schleifen des Moseltales zu folgen. Dann hat man bis zum Deutschen Eck in Koblenz etwa 200 Kilometer vor sich (zum Vergleich: der auch bei Einsteigern beliebte Ruhrtal-Radweg  umfasst von der Quelle bis zur Mündung rund 230 Kilometer).

Aus NRW bietet sich zum Beispiel ab Köln die Möglichkeit, mit dem Regional-Express ohne Umsteigen in etwa zweieinhalb Stunden Fahrt durch die Eifel mit den eigenen Rändern entspannt in Trier anzukommen. Aber Achtung: Wählt man die Variante per Fernzug, muss man Fahrradstellplätze vorab reservieren.

Porta Nigra in Trier.
Wer in Deutschland anfangen möchte, der Mosel mit dem Rad zu folgen, kann damit in Trier beginnen - der Römerstadt, in der die berühmte Porta Nigra steht.

Trier ist aufgrund seiner vielen römischen Bauten wie der berühmten Porta Nigra ein bei Touristen beliebtes Städtchen. Es ist wirklich hübsch anzusehen und bietet sich für einen ersten Bummel- und Entspannungstag an, wenn man nicht gleich noch einige Kilometer fahren möchte. Auf dem Marktplatz schenkt ein Moselwinzer Wein aus – zu Preisen und in einer Qualität, die jenseits der Mosel nicht vorstellbar sind. Die leichten, süffigen Tropfen haben nichts mit den Weinen aus dem Supermarkt gemein.

Wir übernachten im Vienna Stay Easy, einem lockeren, gemütlichen und doch unkonventionellem Hotel und lassen den Abend bei Kicker und Billard ausklingen.

Am nächsten Tag schwingen wir uns entspannt  auf die Räder. In Trier selbst macht das Radfahren nicht unbedingt Freude; vielfach fehlen Fahrradwege oder entsprechende Markierungen. Hier rechnet man offenbar nicht mit Radfahrern. Dabei gewinnt Radfahren doch seit Jahren an Popularität!

Doch sobald wir aus dem Ort herauskommen, wird es besser. Vorbei an kleinen Ortschaften, Weinbergen und immer am flachen Wasser entlang macht das Radfahren Spaß. Wir haben Rückenwind, und die Kilometer fallen uns leicht.

Mosel Wein Radweg Radfahren und Genuss
Ein typischer Anblick: Wein wächst an der Mosel überall.

Wer unterwegs Wein verkosten möchte, macht am besten bei einer der vielen Straußwirtschaften halt – das sind inhabergeführte Gaststätten, in denen Winzer ihre Weine anbieten und dazu kleine Speisen reichen.

Wir erreichen Berntkastel-Kues, ein malerisches Fachwerkstädtchen. Aufgrund seiner einzigartigen Kulisse treffen wir hier auf besonders viele Touristen, und die Preise auf dem Marktplatz sind ebenfalls leicht gehoben, doch eine Pause vor dieser Märchen-Kulisse gönnen wir uns.

Blick in das Moseltal. Radfahren an der Mosel ist toll und macht Spaß.
Deutschland wie aus dem Bilderbuch: Der Moselradweg verbindet Entspannung mit Genuss und toller Landschaft.
Fachwerkhäsuer und kleine Gassen an der Mosel
Fachwerkhäuser gehören an der Mosel zum gewohnten Anblick.

Wir schieben unsere Fahrräder anschließend hoch auf die Ruine der Burg Landshut, die heute ein Restaurant und ein Café beherbergt. Infoschilder und ein Rundgang sind kostenfrei, und auf verschiedenen Bänken können wir die Aussicht auf die Mosel genießen. Der beschwerliche Aufstieg hat sich gelohnt!

Im Winzerörtchen Zeltlingen-Rachtig, etwa acht Kilometer von Berntkastel-Kues entfernt, übernachten wir im Vegan Hotel Nicolay, das mit sehr gutem Essen und freundlichen Mitarbeitern unseren Tag nicht unbedingt günstig, aber qualitativ hervorragend ausklingen lässt.

 

Moselschleife, blaues Wasser, Wald, Berge, Wein und Sonne. Blick von Burg Metternich auf die Mosel.
Blick auf die Moselschleife von Burg Metternich aus.

Am nächsten Tag geht es in die Jugendstilstadt Traben-Trabach. Auch hier ist es gemütlich, auch hier ist wieder jede Menge los. Im Mittelmosel-Museum erkunden wir, wie ein reiches Ehepaar in einer Villa hier früher gelebt hat. Im Obergeschoss sind zudem römische Funde ausgestellt. Ein spannender Ausflug in die Vergangenheit der Region, der für nur wenige Euro Eintritt eine Menge Wissenswertes bietet.

Trubel in Cochem, Ruhe Drum Herum

Bild einer Tafel mit gastronomischen Angeboten an der Mosel.
Die Menschen an der Mosel sind sehr gastfreundlich. Überall gibt es die Möglichkeit, Pause zu machen.

In Cochem wird man von den Touristenmassen fast erschlagen. Vorbei ist‘s mit der Gemütlichkeit. Aber wer Trubel und Abwechslung sucht, wird nirgendwo anders an der Mosel so viel davon finden wie hier. Weiter geht es nach Ediger-Eller, einem hübschen Winzerstädtchen mit vielen alten Fachwerkhäusern. In einigen kann man sogar übernachten.

Wir hingegen fahren noch ein Stückchen weiter und übernachten in Alf, einem Örtchen, das fast nur aus der Kreuzung zweier Hauptstraßen zu bestehen scheint. Von hier aus geht es hinauf zur wunderschönen Burg Arras, wo wir im Burgmuseum etwas über die Geschichte dieser gut erhaltenen Wehranlage lernen und im Verlies eine Gänsehaut bekommen (wer schon einmal da war, weiß, warum). Von hier aus führt ein kurzer Wanderabstecher auch bis zur Marienburg.

Mosel Burg Eingang - Burgtor an der Mosel
Wunderhübsche, alte Burgen auf den Bergen rechts und links der Mosel lohnen die Besichtigung. Mit den Rädern die Berge hinaufzukommen, ist allerdings manchmal mühsam.

Beilstein mit der Burg Metternich sieht nicht nur aus wie eine Filmkulisse, das Örtchen war auch tatsächlich einmal eine. Die Burg ist heute nur noch eine Ruine, aber eine sehr hübsche. Sie beherbergt ebenfalls ein Restaurant, das für die Lage erstaunlich günstig ist, und bietet regionale und saisonale Speisen. Der Blick von einem der Tische direkt an der Burgmauer auf die Moselschleife ist unvergleichlich! Da bleibt man glatt noch für einen Nachtisch.

In Moselkern übernachten wir im Landhotel Ringelsteiner Mühle: Hier kann man günstig übernachten, es gibt ein reichhaltiges, gesundes Frühstück und der Fußweg zur Burg Elz schlängelt sich von hier aus malerisch etwa eine Stunde lang durch den Wald.

Bild von der Mosel, von Fachwerkhäusern und einem Winzer.
Alle Zutaten für einen gelungenen Urlaub bringt der Moselradweg mit - nur für das schöne Wetter muss man selbst sorgen.

In Koblenz geht unsere Tour zu Ende. Wer mag, kann hier noch die Festung Ehrenbreitstein besichtigen oder am Deutschen Eck verweilen, das so heißt, weil hier Mosel und Rhein zusammenfließen. Koblenz selbst ist im zweiten Weltkrieg stark zerstört worden und lohnt den Besuch nach all den Highlights an der Mosel nicht sonderlich. Von Koblenz aus gibt es zahlreiche Zugverbindungen zurück nach NRW. Auch hier gestaltet sich die Fahrt unkompliziert.

Der Moselradweg gilt als einer der schönsten in Deutschland - nun wissen wir, warum. Ob wir noch einmal wiederkommen? Mit Sicherheit!

 

Eien offizielle Seite besitzt der Mosel-Radweg leider nicht. Wir haben uns daher vor der Tour mit Hilfe der bekannten Outdoor-Apps  wie Komoot oder Outdoor-Active sowie eines gedruckten Tourführers einen Überblick verschafft. Nützlich sind auch die Seiten der Mosellandtouristik und Wikipedia.