Gelesen - Romane

Frank Tallis: Teuflischer Walzer

Cover des Buches von Frank Tallis: Teuflischer Walzer. Ein Fall für Max Liebermann. btb 2019.
Frank Tallis: Teuflischer Walzer. Ein Fall für Max Liebermann. btb 2019.

Ein Schmöker, der direkt in das Wien der vorletzten Jahrhundertwende entführt: In einer verlassenen Klavierfabrik wird ein Toter gefunden, auf einem Stuhl sitzend, getötet mit einem Kopfschuss – und mit Säure übergossen.

Das klingt ziemlich brutal, zumal vor dem Toten drei Stühle drapiert sind - ist er vor einem selbsternannten Tribunal gerichtet worden? Die Identifizierung und Spurensuche gestaltet sich mühsam. Inspektor Reinhardt ruft darum seinen Freund und Psychoanalytiker Max Liebermann zu Hilfe. Ihre Ermittlungen führen die beiden Männer schließlich in gefährliche Anarchistenkreise.

Beim Lesen taucht man ab in eine Gesellschaft, ja in eine ganze Welt, die so schon lange nicht mehr existiert, aber durchaus Parallelen zu heutigen Terroranschlägen und Fanatismus aufweist. Dabei entwirft Frank Tallis ein so detailreiches Bild der Weltmetropole Wien, dass es schwerfällt, den Autor als Engländer und NIcht-Deutschen-Muttersprachler wahrzunehmen.

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Kate Morton: Die Tochter des Uhrmachers

Kate Morton: Die Tochter des Uhrmachers. Diana Verlag 2019.
Kate Morton: Die Tochter des Uhrmachers. Diana Verlag 2019.

Wer einen richtigen Sommerschmöker sucht, ist mit diesem Titel gut bedient: "Die Tochter des Uhrmachers" verbindet verschiedene Generationen, Zeiten und Orte in nahezu epischer Breite, ohne langweilig zu werden.

 

Die Geschichte beginnt 1892 in einem Sommerhaus namens Birchwood Manor. Die namenlose Ich-Erzählerin berichtet von Künstlerinnen und Künstlern, die dort einen Sommer verbracht haben sollen. Am Ende der gemeinsamen Zeit scheint etwas Schreckliches passiert zu sein, und nun ist sie als einzige noch vor Ort.

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John Grisham: Die Wächter

Unschuldig im Todestrakt - was man sich in Deutschland kaum vorstellen mag, ist in den USA bittere Realität. Hier werden nicht nur Staatsgefängnisse privatisiert und damit auf Profit ausgelegt, sondern aufgrund von Habgier, Rassismus, Korruption und Machtstreben auch Menschen, die eigentlich gar nichts getan haben, von ahnungslosen Jurys verurteilt. John Grisham beleuchtet mit "Die Wächter" das System hinter den Verurteilungen.

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Fabienne Siegmund: Das Nebelmädchen von Mirrors End

Fabienne Siegmund: Das Nebelmädchen von Mirrors End. Art Skript Phantastik Verlag 2020. 184 Seiten, 7 €
Fabienne Siegmund: Das Nebelmädchen von Mirrors End. Art Skript Phantastik Verlag 2020. 184 Seiten, 7 €

"Die Nacht war finsterdunkel. Ja, das genau war das richtige Wort, denn finster und dunkel allein hätten für die tiefe Schwärze, die den Himmel färbte, nicht ausgereicht. So finsterdunkel war die Nacht, dass selbst das Licht der Straßenlaternen zu sterben schien, noch ehe es die gläsernen Leuchtkörper verlassen hatte."

 

So beginnt die Novelle "Das Nebelmädchen von Mirrors End", und so wie der Anfang von der Dunkelheit erzählt, so kommen in der grafischen Gestaltung des Art Skript Phantastik Verlages auch die Worte nur zögerlich aus einem dunkel gefärbten Kapitelanfang hervor, bevor die Seite schließlich zu einer gewöhnlichen weißen Seite wird. Das ist eine mutige, aber sehr gelungene grafische Untermalung des Hauptthemas der Geschichte: Die Dunkelheit.

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John Grisham: Das Bekenntnis

Cover von John Grisham: Das Bekenntnis. Die Hörbuch-Ausgabe erschien bei Random House audio 2019
John Grisham: Das Bekenntnis. Die Hörbuch-Ausgabe erschien bei Random House audio 2019.

Der gelernte Rechtsanwalt John Grisham ist seit Jahrzehnten eine feste Größe im Thrillergenre. Begeisterte „Das Original“ mit einer unkonventionellen Kriminalerzählung in ruhigerer Erzählweise, geht es im neuen Buch vom Altmeister jedoch um etwas ganz anderes. Auch darum eignet sich „Das Bekenntnis“ wunderbar als Schmöker an langen Winterabenden.

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Jenny Wood und Grit Richter (Hrsg.): Aeronautica. Logbuch der Lüfte

Hier ist das Cover der Anthologie "Aeronacutica" zu sehen.
Jenny Wood und Grit Richter (Hrsg.): Aeronautica. Logbuch der Lüfte. Art Skript Phantastik Verlag 2019

Die neueste Steampunk-Anthologie des Art Skript Phantastik Verlages führt hoch hinaus - und das ist nur konsequent. Denn neben dampfbetriebenen Gerätschaften auf dem Boden und im Wasser ist wohl keine technische Erfindung so mit dem Genre des Steampunk verknüpft wie das Luftschiff. Stoff genug für zahlreiche Abenteuer bietet das Setting allemal. Und so liegen mit "Aeronautica" alle richtig, denen es nach Action, Komik und Dramatik in Steampunkmanier gelüstet. Aber auch jene, die einfach nur Lust auf gute Unterhaltung oder eine spannende Ferienlektüre haben, können hier zugreifen.

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Marc Elsberg: Gier

Cover des Thrillers "Gier" von Marc Elsberg (Hörbuch).
Marc Elsberg: Gier. Wie weit würdest du gehen? Gelesen von Dietmar Wunder. Hörbuch von Random House Audio 2019

Der Autor Marc Elsberg ist durch seine dystopischen Thriller ein Begriff. "Blackout" hat auf kongeniale Weise die Folgen einer Attacke auf die europäische Stromversorgung nachgezeichnet. In "Zero" beschäftigte er sich mit Big Data, und "Helix" lieferte Stoff zum Nachdenken rund um die Genomforschung. Elsberg beschäftigt sich auch in seinem neuesten Werk mit einem aktuellen Phänomen: Dem Kapitalismus der westlichen Welt.

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Christine Brand: Blind

Cover des Buches Christine Brand: Blind. Erschienen bei Blanvalet 2019.
Christine Brand: Blind. Blanvalet 2019

Nathaniel ist seit einer Familientragödie, bei der er sein Augenlicht verlor, blind und einsam. Um ein farblich passendes Hemd auszuwählen, lässt er sich von der App „Be my Eyes“ mit einem per Zufallsgenerator ausgewählten sehenden Menschen verbinden, der diese Aufgabe für ihn übernehmen soll. Die beiden Gesprächspartner wechseln am Telefon einige freundliche Worte, Nathaniel erfährt, dass sein Gegenüber Carole heißt – und dann ertönt plötzlich ein markerschütternder Schrei. Er hört noch einen dumpfen Aufprall, dann ist die Leitung tot.

Nathaniel ist sich sicher: Carole ist etwas zugestoßen! Aber niemand glaubt ihm ...

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Simone St. James: Die schwarze Frau

Cover des Buches: Simone St. James: Die schwarze Frau. Goldmann März 2019
Simone St. James: Die schwarze Frau. Goldmann März 2019

Eine schaurige Geschichte, die sich durch die Zeit zieht. Ein geheimnisvolles Internat. Eine junge, ambitionierte Journalistin auf der Suche nach einer Herausforderung. Jeder Schritt kann der letzte sein ...

Es heißt immer, große Verlage würden nur eindeutige Genreliteratur verlegen. Hier ist der Gegenbeweis: „Die Frau in Schwarz“ ist Geistergeschichte, Entwicklungsroman, Thriller und Familiendrama in einem. Trotz der vielen angeschnittenen Themen ist das Werk leicht zu lesen, nachvollziehbar und spannend bis zur letzten Seite.

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Oscar de Muriel: Die Todesfee der Grindlay Street

Hier sieht man das Cover von: Oscar de Muriel: Die Todesfee der Grindlay Street.
Oscar de Muriel: Die Todesfee der Grindlay Street. Goldmann 2018.

Nach den erfolgreichen Vorgängerbänden  "Die Schatten von Edinburgh" und "Der Fluch von Pendle Hill" ist "Die Todesfee der Grindlay Street" der dritte Fall für das ungleiche viktorianische Ermittlerduo Frey und McGray, das Ende des 19. Jahrhunderts in Edinburgh ermittelt. Witzig, skurril und mysteriös sei der Band, so hieß es vorab. Leider trifft all das höchstens teilweise zu.

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Hank Green: Ein wirklich erstaunliches Ding

Cover von Hank Green: Ein wirklich erstaunliches Ding. bold 2018
Hank Green: Ein wirklich erstaunliches Ding. bold 2018

Hank Green, amerikanischer Youtube-Star und Bruder des Autors John Green, hat ein Buch geschrieben. Wenig überraschend handelt es vom Berühmtwerden in sozialen Netzwerken. Aber nein, es ist kein Sachbuch!

„Ein wirklich erstaunliches Ding“ erzählt die Geschichte der 23-jährigen April, die sich selbst für völlig durchscnittlich hält und eines nachts in New York auf ein originelles Kunstwerk stößt. Schnell ruft sie ihren Kumpel an, der einen semi-erfolgreichen Youtube-Channel betreibt, und sie drehen zusammen ein kleines Video über das „wirklich erstaunliche Ding“.

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Jardine Libaire: Uns gehört die Nacht

Cover des Buches von Jardine Libaire: Uns gehört die Nacht.  Diogenes 2018
Jardine Libaire: Uns gehört die Nacht. Diogenes 2018

1986, dem Jahr, in dem die Handlung von "Uns gehört die Nacht" einsetzt, war ich vier Jahre alt. Meine Erinnerungen an die Zeit sind verschwommen, es gibt Farben und Formen und Sprachfetzen, aber kaum etwas Wirkliches.

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Miriam Schäfer: Das Fehlen des Flüsterns im Wind

Cover von Miriam Schäfers Buch "Das Fehlen des Flüsterns im Wind"
Miriam Schäfer: Das Fehlen des Flüsterns im Wind und andere Geschichten aus dem Halbdunkel. Acabus Verlag 2018.

Eine phantastische Kurzgeschichtensammlung mit einem bezaubernden Cover - das sieht interessant aus. Schon nach der ersten Geschichte wird klar: Das sieht nicht nur gut aus, dieses Werk liest sich auch gut. Also einfach hinein in den halbdunklen Kosmos von Miriam Schäfer und sich verzaubern lassen ...

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John Grisham: Das Original

"Das Original" von John Grisham ist zwar schon seit dem letzten Herbst im Handel, aber seine sonnige Handlung auf einer Sommerinsel macht es zur perfekten Lektüre für die beginnende Outdoor-Saison. John Grisham ist eigentlich Autor bekannter Gerichtsthriller. Einige seiner Werke wurden sogar als Filme zu Blockbustern. Sein aktuelles Werk befasst sich allerdings mit einem gänzlich anderem Sujet: Es geht um Bücher und die Liebe zu ihnen, um das Schreiben und die literarische Welt.

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Tom Hillenbrand: Hologrammatica

Tom Hillenbrand; Hologrammatica. Thriller bei Kiepenheuer und Witsch 2018.
Tom Hillenbrand; Hologrammatica. Thriller bei Kiepenheuer und Witsch 2018.

In diesem Schmöker trifft William Gibson auf Jerry Cotton. In einer weit (oder, wie uns manchmal klar wird, vermutlich doch nicht mehr so weit) entfernten Zukunft lebt ein Privatschnüffler, entschuldigung, hier heißt das Quästor, namens Galahad Singh in London. Er betrachtet die Menschen um sich herum mit ausgesuchter Ironie. Eines Abends, als er gerade mitten in seinen geliebten Übungen am Saxophon ist, geht seine Türklingel, und eine Klientin steht vor der Tür...

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