Und die Gesellschaft so?

Und die Umwelt? Und NRW?

 

23.6.20: Die Corona-Krise führt offenbar dazu, dass Menschen ihre Umwelt wieder mehr zu schätzen wissen. Das legen zumindest die Zahlen vom NABU nahe. Der deutsche Umweltschutzverband vermeldet nicht nur, dass in diesem Frühjahr so viele Menschen wie noch nie an der jährlichen Aktion "Insektensommer" teilgenommen haben, sondern auch, dass er das 100.000 Mitglied begrüßen durfte, nachdem in der Krise die Mitgliederzahlen stark angewachsen sind. Wie man NABU-Mitglied wird, steht hier.

 

19.5.20: Noch immer gibt es in Deutschland keinen ausreichenden Schutz für Insekten, heißt es in einer Pressemeldung des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) anlässlich des Weltbienentags am 20. Mai. Insbesondere Pestizide stellen ein enormes Risiko für die Insekten dar, kritisiert Antje von Broock, BUND-Geschäftsführerin Politik und Kommunikation: „Der massive Einsatz von Ackergiften tötet weiterhin massenhaft Insekten, schädigt Pflanzen und vernichtet ganze Arten.“

Im Juni 2018 legte das Bundesumweltministerium Eckpunkte für ein Aktionsprogramm Insektenschutz vor. Im September 2019 folgte der Beschluss für das „Aktionsprogramm Insektenschutz“ im Bundeskabinett. Die Vorlage des vereinbarten Insektenschutzgesetzes mit wirksamen Maßnahmen für mehr Insektenschutz in der Landbewirtschaftung stehen bisher jedoch aus.

Bürgerinnen und Bürger können ihren Wunsch nach mehr Insektenschutz bei der Europäischen Bürgerinitiative „Bienen und Bauern retten“ kundtun. Europaweit sammelt ein Netzwerk von 140 Organisationen – darunter der BUND – Unterschriften. Wenn eine Million erreicht sind, muss sich die EU-Kommission mit den Forderungen nach Pestizidverbot, Erhalt von Insektenlebensraum und Unterstützung der Landwirt*innen auseinandersetzen. Zur Europäische Bürgerinitiative "Bienen und Bauern" retten geht es hier: www.aktion.bund.net/fuer-agrarwende-und-artenvielfalt

 

8.4.20: Durch die Coronakrise wird offenbar, wie viel der Staat einschränken und regulieren kann. Auch wenn das sicherlich nicht nur positive Auswirkungen hat, ist es doch beeindruckend, wie handlungsfähig die Politik in Zeiten einer Notlage ist. Das sehen auch die Umweltverbände und Klimafolgenforscher und fordern nun ähnlich zielstrebige Handlungen im Sinne des Klimas. So hat der BUND ein Diskussionspapier veröffentlicht, das den Weg in eine zukunftsträchtige Wirtschaftsförderung weisen kann. Olaf Bandt, BUND-Vorsitzender, sagt dazu: „Es ist richtig und wichtig, dass Bundes- und Landesregierungen jetzt Programme zur Rettung von Existenzen und zur Wirtschaftsförderung auf den Weg bringen. Gleichzeitig jedoch stellen sich in dieser Krise viele grundsätzliche Fragen zu unserer Gesellschaft neu. Die Konjunktur-Programme dürfen daher nicht nur das Ziel verfolgen, Deutschland wieder ‚hochzufahren‘ und den Zustand vor der Krise wiederherzustellen. Sie müssen sowohl akut wirken als auch auf die Zukunft gerichtet sein. Das bedeutet: orientiert an Nachhaltigkeitszielen und ausgerichtet auf Maßnahmen gegen Klimawandel und Artenstreben.“

 

27.1.20: Weil die schwarz-gelbe Regierung so wenig gegen das Artensterben unternimmt, soll nun eine Volksintiative Druck machen, berichtet der WDR. Damit sich der Landtag mit dem Thema befassen muss, werden mindestens 66.000 Unterschriften benötigt.

 

30.11.19: Dem Wald in NRW geht es so schlecht wie noch nie zuvor. "Nur jeder fünfte Baum in Nordrhein-Westfalen ist ohne Schaden. Seit Beginn der Erhebungen zum Waldzustandsbericht vor 35 Jahren ist das der schlechteste Wert, der jemals gemessen wurde," schreibt der Westfalenspiegel.

 

17.11.19: Es ist ein kleines Land, und darum interessiert es die Autolobby nicht. Folglich können die Niederländer mit ihren Autobahnen machen, was sie wollen. Langsam fahren zum Beispiel. Unser Nachtbarland setzt die Höchstgeschwindigkeit tagsüber mal eben von 130 auf 100 km/h herab - das wäre in Deutschland undenkbar. Jetzt schauen viele neidisch in die Niederlande, denn ohne Zweifel führt eine niedrigere Höchstgeschwindigkeit zu weniger Emissionen und zu weniger Unfällen.

 

25.07.19: Es könnte so einfach sein, aber das ist es leider nicht. Wenn immer mehr Menschen auf die Bahn umsteigen, ist das klimatechnisch eine tolle Sache. Aber weil die Bahn jahrzehntelang eine andere Politik gefahren hat und die Politik wiederum sich nicht allzusehr für die Bahn interessierte (hallo Autolobby!) kollabiert die Bahn fröhlich vor sich hin. Und Abhilfe ist nicht in Sicht. Dieser Bericht des WDR fasst die Lage gut zusammen.

 

15.04.19: Es gibt im Netz eine Menge sinnvoller Petitionen. Zum Beispiel diese hier für mehr Frauenpower in der Wikipedia:

https://www.change.org/p/wikipedia-autor-innen-wikifueralle

oder diese hier für weniger Wildbienensterben und Ackergifte:

https://www.campact.de/bienengift/

Mitmachen kostet noch nicht mal eine Minute.

 

6.3.19: NRW wird als Reiseland immer beliebter, sagt Tourismus NRW. Aktuell ist es mit 23,7 Millionen Gästen im Jahr 2018 so beliebt wie noch nie. Das ist das neunte Wachstumsjahr in Folge (!) und beschert uns in Deutschland Platz 2 - hinter Bayern. Starke Leistung, wenn man all die Japaner und Chinesen und Amis bedenkt, die in München aufs Oktoberfest fahren und sich Schloss Neuschwanstein anschauen. Etwas vergleichbares hat NRW nicht zu bieten (zum Glück ;)). Besonders erfreulich: Das Plus ist vor allem auf Reisende aus dem Inland zurückzuführen, die größtenteils ohne klimaschädliche Flugreisen auskommen. Besonders beliebt als Ziel sind übrigens Köln und Düsseldorf sowie das Ruhrgebiet, was auch an den internationalen Messen dort liegen dürfte.

 

7.2.19: Wie Schrot und Korn bereits in der Dezemberausgabe schrieb, hat man mal menschliche Ausscheidungen auf Mikroplastik untersucht. Kann man ja mal machen. Das wenig Überraschende Resultat: In allen (!) untersuchten Proben fanden sich Plastikpartikel. Noch jemand hier, der Plastik ernsthaft gut findet?

Selbst die Kommunen schauen mittlerweile, wie sie das Zeug aus dem Trinkwasser rauskriegen. Gar nicht so einfach, schreibt der WDR.

 

7.1.19: Das Krachlabel Ant-Zen veröffentlicht Musik nur noch digital. Allen Vinylsammlern zum Trotz macht die Digitalisierung auch vor Außenseitermucke nicht halt: Das Kultlabel Ant Zen, wegweisend in Sachen Industrial und anderer experimenteller elektronischer Sounds, schließt seinen CD-Shop und den Vertrieb. Lohnt sich einfach nicht mehr, schreibt das Volt-Magazin.

 

20.12.2018: Die EU hat Einweg-Plastikverpackungen verboten. Das ist ein gutes Zeichen, aber es ist noch viel zu tun. Eine Analyse mit Chancen, Risiken und Möglichkeiten der Verordnung gibt es hier.

 

20.12.2018: Aus aktuellen Anlass: Geschenke kann man auch umweltfreundlich verpacken! Damit das Müllvolumen nicht noch weiter steigt, kann jede*r etwas tun. Wie das geht, steht zum Beispiel hier.

13.12.18: Nordrhein-Westfalen ist Spitzenreiter in Sachen Armut. Nicht Armutsbekämpfung, das wäre schön, nein, Armut. Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat in seinem Armutsbericht festgestellt, dass die Zahl der Armen in NRW besonders stark weiter wächst, so der WDR. Hier leben mit über 18 Prozent die meisten Armen gemessen am Anteil der Gesamtbevölkerung. NRW treffe es durch den Strukturwandel besonders hart. Rund zwei Drittel der erwachsenen Armen sind Arbeitende, Renter und Auszubildende. Der Paritätische Wohlfahrtsverband macht die Sozialpolitik der letzten Jahre für die Misere verantwortlich.

 

12.12.18: NRW wächst, schreibt der WDR. Nach seinen Angaben werden bald über 18 Millionen Menschen in unserem Bundesland wohnen, weil die Geburtenrate steigt und Menschen zuwandern. Aktuell leben 17,91 Millionen Menschen in NRW. Für 2060 erwarten die Statistiker dann aber wieder weniger Menschen. Dabei verlaufen Zu- und Abnahme der Bevölkerung, wenig überraschend, regional unterschiedlich: In den großen Städten entlang von Rhein und Ruhr ist mit einem durchgehenden Wachstum zu rechnen, während ländliche Gegenden, die nicht allzu gut an die Verkehrsinfrastruktur angeschlossen sind, wie das Sauerland und das Bergische Land, mehr Einwohner verlieren werden.

 

8.10.18: Wie Schrot&Korn in der aktuellen Ausgabe schreibt, hat L'oreal das Naturkosmetikunternehmen Logocos gekauft. Damit gehören bekannte Naturkosmetikmarken wie Logona, Sante und Fitne nun dem weltweit größten Kosmetikhersteller, der bisher nicht wirklich durch sein Engagement im Biosektor aufgefallen ist. L'oreal gehört wiederum zu über 20 Prozent dem weltweit größten (und auch wohl übelsten) Nahrungsmittelkonzern Nestle. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

 

13.6.18: Jugend ohne Subkultur ist ein lesenswerter Blogartikel, der ein Phänomen beschreibt, das auch mir schon seit Jahren auffällt. Was das für unsere Gesellschaft bedeutet, kann ich nur spekulieren, aber gewiss ist es nicht gut.

 

3.4.18: NRW bekommt durch den Klimawandel langfristig ein Klima wie in Nordspanien, schreibt der WDR. Das heißt: Hitze im Sommer, mehr Extremwetterereignisse. Da muss der Städtebau reagieren, denn nur durch vorausschauende Stadtplanung können die negativen Folgen für die menschliche Gesundheit abgewendet werden. Die schwarz-gelbe Regierung in NRW macht bisher - wenig überraschend - nichts.

 

2.3.18: Dieselfahrverbote sind eine Chance, treffen aber die falschen

Das findet zumindest der NABU. Zur Stellungnahme geht es hier.

 

9.2.18: Große Koaltion ohne Mut zum Umweltschutz

Was die neue alte GroKo in Sachen Umwelt-, Klima- und Naturschutz so anpacken will, ist erschreckend wenig, finden der NABU und das Umweltinstitut München. Zu einer ausführlichen Analyse der Verhandlungsergebnisse beim NABU geht es hier, zum Umweltinstitut hier entlang.

 

5.12.17: Herner Spielezentrum verliert Deutsche Brettspiel-Meisterschaften

Eine lange Tradition im Herner Spielezentrum ist in diesem Jahr zu Ende gegangen: Mehr als 25 Jahre hat das Zentrum die Deutschen Mannschaftsmeisterschaften im Brettspiel (DMMiB) ausgerichtet. Ab 2018 wird das renommierte Turnier erstmals nicht in Herne ausgetragen. Hintergrund ist das Ausscheiden des Spielezentrum-Leiters Paul Janshoff. Er ist auf der Website der DMMiB als Organisator des Turniers angegeben - dessen Finale 2018 nun erstmals in Bad Nauheim stattfindet. Der neue Leiter des Spielezentrums, Thomas Moder, bedauert das Ende des traditionsreichen Turniers in Herne, an dem regelmäßig 36 Mannschaften teilnahmen. 2018 wird allein eine regionale Vorausscheidung im Ruhrgebiet stattfinden.Das Herner Spielezentrum gilt als weltweit einzigartig. Es hat rund 13.000 Brettspiele im Verleih und trägt mehrere Meisterschaftsturniere aus, schreibt Westfalen heute.

 

23.11.17: Dem Wald in NRW geht es schlecht - noch immer

Für Experten keine Überraschung: Auch im Jahr 2017 geht es dem Wald in unserem Bundesland nicht besonders gut. Viele Bäume - vor allem die Laubbäume - zeigen ungesund lichte Kronen. Zwar zieht der Waldzustandsbericht ein positiveres Fazit als noch 2016, aber noch immer gilt ein Viertel der Waldbestände als "stark geschädigt", schreibt der WDR. 1984 waren es nur rund zehn Prozent.

 

20.11.17: Schnee von gestern

Die Kurzmeldungen zu Umwelt und Gesellschaft in NRW aus dem Jahr 2016 finden sich im Archiv, nämlich hier.