So war es auf dem Mittelaltermarkt in Hamm

Eine Wiese mit Händlerzelten eines Mittelaltermarktes
Kleine Zeitreise: Im Hammer Maxipark wurde es mittelalterlich

Der Maxipark in Hamm, ein eintrittspflichtiger Park im Osten der Stadt, ist jedes Jahr Schauplatz eines relativ kleinen, aber feinen Mittelaltermarktes, der von Fogelvrei organisiert wird.  NRW Alternativ wollte wissen, wie Park und Mittelalter zusammenpassen, und hat sich vor Ort umgesehen. 

Der Maxipark

Alle, die den Park in Hamm noch nicht kennen, wissen aber um ähnliche Konzepte in Städten wie Dortmund (Westfalenpark, regulärer Eintritt 4,50 Euro) oder Essen (Grugapark, regulärer Eintritt 5 Euro). Der Maxipark geht ursprünglich auf die Landesgartenschau vor Ort im Jahr 1984 zurück, für die das Gelände der ehemaligen Zeche Maximilian zunächst umgestaltet und im Anschluss an die Schau dauerhaft zum Park erklärt wurde. Der Eintritt in den Maximilianpark kostet heute regulär 7 Euro.

Ein Rosenspalier mit blühenden Pflanzen und einem Weg im Maximilianpark Hamm.
Blumenpracht im Maxipark

Maxipark: Paradies für Kinder und alle, die Blumen mögen

Dafür bekommen Besuchende einiges geboten: Gepflegte Blumenbeete, Teiche, Skulpturen und großzügige Parkflächen, Relikte aus Zechenzeiten, ein Schmetterlingshaus, und den sogenannten "Glaselefanten", ein Gebäude aus Glas, das einem Elefanten nachempfunden wurde und in dem man sogar heiraten kann. Auf dem gesamten Gelände gibt es ausreichend Verpflegungs- und Sitzmöglichkeiten sowie Toiletten. Regelmäßig finden im Park außerdem Konzerte statt und werden Sonderausstellungen gezeigt.

Das Wichtigste aber sind wohl die Spielplätze für Kinder: Im Maxipark  gibt es unter anderem Spieldünen mit Kletternetzen, einen Wasserspielplatz, einen Dschungelspielplatz und ein Piratenschiff. Eine Händlerin auf dem Mittelaltermarkt drückte es so aus: "Immer wenn ich hier aufbaue, wünsche ich mir, bereits im Alter von acht Jahren mit meiner Mama hier gewesen zu sein, um einen ganzen Tag lang nur zu spielen, zu toben und all die tollen Möglichkeiten auszuprobieren."

Blumen und Zelte: Das Mittelalter im Maxipark
Blumen und Zelte: Das Mittelalter im Maxipark
Eine Bronzeskulptur auf einer Wasserfläche, im Hintergrund Zelte.
Die eindrucksvolle Skulptur lässt die bunten Zelte des Mittelaltermarktes etwas untergehen.
Eine alte, bewachsene Mauer
Industrieromantik im Maxipark

Der Mittelaltermarkt

Fogelvrei ist eine etablierte Mittelalteragentur, verfügt über Expertise und Know-How - und das sieht man auch in Hamm: Die Bühne ist (bis auf unnötige elektronische Verstärkung) komplett aus Holz und sieht tatsächlich aus wie aus einer entsprechenden Filmkulisse, die Stände sind allesamt aus Naturmaterialien, es gibt gut gelaunte Händler und Handwerker. Plastik und moderne Erzeugnisse, wie sieh leider mittlerweile auf vielen "Mittelalter"-Veranstaltungen zu sehen sind, lassen sich auf den ersten Blick nicht erspähen. Ein Holzschuhmacher zeigt sein Können, und auch beim Korbflechten kann man wahlweise zusehen oder selbst Hand anlegen. Auch die Lager machen einen ordentlichen, das heißt, grob historisierenden Eindruck. Leider sind es nur wenige, genau, wie der gesamte Markt auch recht klein ist, was offensichtlich an Platzmangel liegt. Der Mittelaltermarkt konzentriert sich um eine kleine Wasserfläche im Eingangsbereich, einzelne Lager liegen etwas weiter verstreut. Die Wiesen, auf denen sie stehen, sind stets so von Bebauung und Beeten begrenzt, dass kaum mehr Zelte hätten aufbauen können. Auch der Bereich für das Ritterturnier ist sehr begrenzt, andere Veranstaltungen haben gut und gerne das Doppelte oder Dreifache an Platz zur Verfügung. Dafür gibt es das bunte Zelt einer Bauchtanzgruppe, die zwischendurch mit Tanz und Musik den Markt bereichert - vermutlich zwar nicht historisch korrekt, aber sehr atmosphärisch.

Mittelalterliche Zelte in einem Park
Blick auf die Händlermeile
Mittelalterzelte und mittelalterlich gekleidete Menschen in einem Park
Blick in ein Lager

Der Gesamteindruck

Wie passen Park und Mittelaltermarkt denn nun zusammen? Leider nicht wahnsinnig gut.  Mittelaltermärkte profitieren generell einfach von dem historischen Ambiente einer Burg oder ähnlichen historischen Gebäuden. Wenn die Marktstände von modernen Skulpturen, Hallen und Gebäuden umringt sind, fällt es naturgemäß schwer, sich tatsächlich in der Vergangenheit zu wägen. Hier hat offensichtlich der Maxipark die Agentur eingeladen und nicht umgekehrt. Sichtlich erfreut über die Kombination sind hingegen die Kinder: Neben den Spielplätzen auch noch Kinder-Armbrustschießen, Korbflechten, Gaukelei, Musik und das Ritterturnier erleben zu können, wird bei den meisten für einen unvergesslichen Tag sorgen. 

Ob man sich als erwachsener Mensch auf dem Mittelaltermarkt im Maxipark wohlfühlt, ist Geschmackssache. Zu bedenken ist, dass der Mittelalterteil zu Marktzeiten im Park einfach dazugehört. Der Eintritt ist dann nur minimal teurer als gewöhnlich. Am Freitag (Brückentag) war sogar nur der reguläre Parkeintritt zu bezahlen, dafür gab es auch kein spezielles Programm. 

Holztisch mit eisernen Fesseln und der Aufschrift "Gesindetisch"
Witzige Idee: Der Tisch für die Mitarbeitenden ist sehr eindrücklich reserviert ...

Für wen eignet sich der Mittelaltermarkt im Maxipark Hamm?


Für Menschen, die ...

  • ohnehin den Maxipark mal (wieder) besuchen wollen - zum Preis von einem Euro gibt es einen ordentlichen Mittelaltermarkt obendrauf! 
  • einen Mittelaltermarkt mit Mitmach-Angeboten und persönlicher Atmosphäre schätzen. 
  • Blumen und Parks mögen
  • Kinder im Spielplatz-Alter mitbringen. Die Kinder werden begeistert sein! 
  • Lust haben, sich (pseudo-)historisch unterhalten zu lassen

Weniger für alle, die ...

  • Hunde haben, die sind im Maxipark nämlich verboten. 
  • Große Konzerte und bekannte Bands erwarten, die gibt es in Hamm nicht. 
  • Burgenromantik schätzen - der Park hat leider keine Burg oder andere Gebäude, die älter als 200 Jahre sind.