Kostenlos ins Museum in NRW

Eine Schülergruppe steht vor einem  Bild im Museum.
Gratis ins Museum in NRW - das geht vor allem für Schülerinnen und Schüler unter 18 Jahren. (Bild: Unsplash.com)

Eine Ruhrgebietsstadt geht mit gutem Beispiel voran. Seit 2019 ist der Eintritt in alle städtischen Dortmunder Museen  generell frei (wir berichteten). Doch Dortmund ist nicht die einzige Stadt in NRW, die durch kostenfreie Angebote mehr Menschen ins Museum locken möchte.

 

Wo und wann kommt man in NRW noch für lau ins Museum? Das Angebot ist breit und wird ständig größer. Die Palette reicht von historischen Schätzen über lokale Kuriositäten und Besonderheiten bis hin zu weltberühmter Kunst.  Und weil sich in Sachen Eintrittsfreiheit in Museen so viel tut, ist dies eine aktualisierte Version unseres 2019 erschienenen Ursprungsartikels

Vorab: Museumsbesuche in Zeiten von Corona

Bitte beachtet in Zeiten von Corona, dass viele Museen ihre Öffnungszeiten eingeschränkt haben und es zahlreiche Vorschriften gibt, die als Besucherinnen und Besucher zu beachten sind. Unter anderem herrscht aktuell in Museen Maskenpflicht und es finden keine Führungen statt. Auch darf nur eine begrenzte Zahl an Besucherinnen und Besuchern gleichzeitig in die Räumlichkeiten, was unter Umständen zu Wartezeiten führen kann. Wer sicher sein möchte, das Museum der Wahl auch wirklich besuchen zu können, ruft am besten vor dem Besuch kurz an oder schaut auf der Webseite des Museums und vergewissert sich der Möglichkeiten.

Museen: Viele temporär ohne Eintritt

Da einige Attraktionen aufgrund der Covid-19-Bestimmungen nicht zugänglich sind, haben viele Museen ihre Eintrittspreise gesenkt oder sogar ganz auf Null gesetzt. Da diese Regelungen jedoch nur zeitlich begrenzt gelten, sind diese Museen nicht in unsere Liste aufgenommen worden.

 

Jetzt aber genug der Vorrede! Hier gibt es die Ergebnisse unserer Recherche nach kostenlosen Museen und Ausstellungen in Nordrhein-Westfalen - gestaffelt nach Regionen.

Kostenlos ins Museum - im Ruhrgebiet

  • In Essen:

Im Essener Folkwang-Museum ist der Eintritt zur Dauerausstellung ebenfalls grundsätzlich frei. Ein Besuch lohnt sich: Zu sehen gibt es unter anderem Klassiker von Van Gogh und Gaugin, aber auch Skulpturen, Fotografie und jede Menge Nachkriegswerke.

 

Wer sich für jüdische Kultur interessiert, ist in der alten Synagoge hervorragend aufgehoben. Schon von außen ist das historische Gebäude ein Hingucker. Von innen wartet es mit einer Ausstellung zur Geschichte des Judentums und der deutsch-jüdischen Kultur auf.

 

Richtig weit zurück in der Zeit reisen lässt es sich in Essen-Kupferdreh. Das Mineralien-Museum besticht nicht nur durch freien Eintritt, sondern auch durch die erst vor wenigen Jahren wiedereröffnete Dauerausstellung, die Aspekte der Geologie, Mineralogie und Biologie vereint. Das vielfältige Museum gilt als besonderer Tipp für Familien.

  • In Hattingen:

Hier gibt es im an sich bereits sehr sehenswerten Haus Kemnade, einem Wasserschloss aus der Renaissance, die Sparkassen-Ausstellung zum Thema Geld gratis zu erleben. Das Museum verfügt nicht nur über eine Abteilung mit interessanten vormünzlichen Zahlungsmitteln, sondern auch über eine stattliche Sammlung mit Notgeld sowie von Portemonnaies und Spardosen.

  • In Gelsenkirchen:

Das sehenswerte Kunstmuseum lädt alle zum Besuch der ständigen Sammlung ein. Zu sehen ist nicht nur Kunst der Postmoderne, sondern auch Klassiker von namhaften Künstlerinnen und Künstlern wie Max Liebermann, Franz von Stuck, Auguste Rodin, Andy Warhol, Rene Magritte und anderen.

  • In Bochum:

Alte Zechen sind immer beeindruckend, aber die Zeche Hannover in Bochum sieht sogar ein wenig aus wie eine mittelalterliche Burg. Umso schöner, dass sie komplett kostenfrei zugänglich ist. Für Kinder gibt es mit der hausinternen "Zeche Knirps" noch eine besondere Attraktion obendrauf.

  • In Witten:

Das Märkische Museum widmet sich moderner Kunst. Menschen unter 18 Jahren haben generell freien Eintritt, alle anderen dürfen am ersten Sonntag jeden Monats kostenfrei in die Ausstellungen.

  • In Dinslaken:

Kleine und große Mühlenfans werden im privat betriebenen Mühlenmuseum in Dinslaken-Hiesfeld fündig. Neben über 50 Modellen verschiedener Mühlentypen gehören auch einige begehbare Mühlen zur Sammlung, die von einem Verein verwaltet wird. Achtung: Die Öffnungszeiten sind im Gegensatz zu den meisten öffentlichen Museen sehr eingeschränkt.

  • In Mülheim

Wer keine Lust auf Kunst hat, wird vielleicht eher im Gründer- und Unternehmermuseum fündig. Das Museum befindet sich in Mühlheim, weil zahlreiche bekannte Gründer des 20. Jahrhunderts aus dieser Ruhrgebietsstadt stammen. Bekannte Namen wie Thyssen, Tengelmann und Albrecht sind hier zu Hause. Im Gründer- und Unternehmermuseum geht es aber nicht nur darum, wie diese berühmten Unternehmer Geschichte geschrieben haben, sondern auch um generelle Wege in die Selbstständigkeit. Achtung: Im Gegensatz zu anderen Museen hat dieses nur unter der Woche geöffnet.

  • In Dortmund

Wie oben bereits erwähnt, ist der Eintritt in viele Dortmunder Museen grundsätzlich frei. Dazu gehören die Dauerausstellungen der folgenden Einrichtungen: Museum Ostwall im Dortmunder UMuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Brauerei-Museum, Hoesch-Museum, Kindermuseum Adlerturm sowie das Westfälische Schulmuseum und das Museum für Naturkunde.

Wie ein Besuch im Dortmunder U so ablaufen kann, erfahrt ihr übrigens hier.

Kostenlos ins Museum - am Rhein

  • In Düsseldorf:

Die Kunstsammlung NRW erhebt an jedem ersten Mittwoch im Monat ab 18 Uhr zu ihrem "Kunstabend" keinen Eintritt. Das Museum ist dann bis 22 Uhr geöffnet. Zu sehen gibt es sowohl Werke der klassischen Moderne als auch Gegenwartskunst.

  • In Duisburg

Der Landschaftspark Duisburg-Nord wird seinem Namen eigentlich nicht gerecht, denn das Gelände ist kein Park im eigentlichen Sinne, sondern ein ehemaliges Hüttenwerk, das heute komplett kostenfrei zugänglich ist. Wo einst Stahl verhüttet wurde, können wir heute ungestört die gigantische Industriekulisse bewundern. Schautafeln weisen darauf hin, welche Funktion die einzelnen Bauwerke in diesem riesigen Open-Air-Museum einst hatten. Ein Museumsbesuch der besonderen Art!

  • In Köln:

Um in Köln gratis ins Museum zu kommen, muss man verschiedene Voraussetzungen erfüllen. Die erste: Man muss Kölner sein. Dann hat man an jedem ersten Donnerstag im Monat freien Eintritt in die ständigen Ausstellungen. Wer kostenfrei in die Sonderausstellungen möchte, kann das entweder an seinem Geburtstag tun oder in jugendlichem Alter: Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sowie alle Schülerinnen und Schüler haben auch in den Sonderausstellungen grundsätzlich freien Eintritt. Finanziert wird die Gratis-Aktion mit der so genannten Bettensteuer. Die zusätzliche Abgabe für Übernachtungsgäste hatte bei ihrer Einführung für viele Diskussionen gesorgt.

 

Kostenlos ins Museum - im Münsterland

  • In Münster:

Das Stadtmuseum Münster ist grundsätzlich eintrittsfrei, egal, ob Sonder- oder Dauerausstellung. Lediglich für Führungen wird ein kleiner Obolus von 3 Euro erhoben. Ebenfalls eintrittsfrei sind das vom Wasser- und Schifffahrtsamt unterhaltene Museum namens Schaustelle Kanal und die Villa ten Hompel mit der Ausstellung über Polizeigeschichte (mit Schwerpunkt Nationalsozialismus).

  • In Mettingen:

Das private Postmuseum ist am Wochenende nachmittags geöffnet und bietet zahlreiche Kleinodien rund um Brief und Telefon. Der Inhaber ist selbst einmal Angestellter bei der Post gewesen und führt nach Anfrage auch gerne durch die Sammlung.

  • In Havixbeck

Im Ausflugsstädtchen Havixbeck in den Baumbergen kann man im Baumberger Sandsteinmuseum alles über das einst sehr begehrte Baumaterial erfahren. Der Eintritt ist, genau wie der informative Audioguide, kostenlos.

  • In Oelde

In Oelde gibt es mitten auf dem Land das staatliche Kulturgut Haus Nottbeck, dass sich mit Literatur und Kultur aus und im Münsterland befasst. Das Museum wirbt aber auch damit, dass ein Besuch zur Entschleunigung beitrage. Der Eintritt zum Kulturgut ist frei; um eine Spende wird gebeten.

 

Kostenfrei in die Museen der Landschaftsverbände

Um Nordrhein-Westfalens staatliche Kulturpflege kümmern sich zwei so genannten Landschaftsverbände: Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ist, grob gesprochen, für den Norden zuständig und der Landschaftsverband Rheinland (LVR) für den Süden NRWs. Den Landschaftsverbänden unterstehen auch viele der größeren Museen des Landes. Und so handhaben die es jeweils mit kostenfreien Besuchen:

  • Beim LWL

Die Museen im Landschaftsverband Westfalen-Lippe bieten verschiedene eintrittsfreie Tage an, die von Museum zu Museum variieren. Eine Liste mit Daten und Orten findet sich hier. Und auch in diesen Museen ist der Eintritt für alle unter 18 Jahren kostenfrei.

  • Beim LVR

Alle Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren haben in allen Museen des Landschaftsverbandes Rheinland grundsätzlich freien Eintritt.

Immer mehr Museen ohne Eintritt

Es gibt in ganz NRW nicht nur eine großartige Museumslandschaft, sondern auch ein breites Spektrum an kostenfreien Ausstellungen und Museen. Generell tut sich was in Sachen Gratisangebot, auch wenn einzelne Museen nach wie vor sehr teuer sein können. Der Trend, das machen die großen städtischen Museen in Berlin und Frankfurt vor, geht aktuell klar in Richtung Eintrittsfreiheit. Und das ist gut so - denn öffentlich geförderte Kultur sollte auch für alle öffentlich zugänglich sein.

Darum hoffen wir, diese Liste in Zukunft regelmäßig ergänzen zu können.