Auf der Friedensroute von Osnabrück nach Münster

Das Rathaus in Osnabrück
Das Rathaus in Osnabrück

Die Friedensroute ist ein Fernradweg zwischen Münster und Osnabrück. Als Rundkurs kann er von jedem Ort an der Strecke gefahren werden. Aber es gibt natürlich auch die Möglichkeit, nur die halbe Strecke von Münster nach Osnabrück oder umgekehrt zurückzulegen, also entweder die Ost- oder die Westschleife zu fahren. Das bietet sich an, weil beide Orte über einen großen Fernbahnhof verfügen. Wir haben uns als Wochenendtour die Route von Osnabrück nach Münster, also den Ostkurs, ausgesucht.


Info: Die Friedensroute

Worum geht es?

Auf den Spuren jener Reiter radeln, die 1648 zwischen Münster und Osnabrück Depeschen für den Friedensschluss hin-und hergebracht haben.

Wie lang?

Der Rundkurs besitzt eine Gesamtlänge von etwa 170 Kilometern. Wer nur die Hälfte fährt, hat also etwas über 80 Kilometer auf dem Tacho.

Für wen?

Die Friedensroute ist sowohl für geübte Radler*innen als auch für Familien mit älteren Kindern und allem dazwischen geeignet.

Wo fährt man?

Überwiegend auf wenig befahrenen Wirtschaftswegen und Nebenstraßen. Im Osnabrücker Land gibt es die eine oder andere moderate Steigung bzw. Abfahrt.


Ein rot-schwarzes Fachwerkhaus
Hübsches Fachwerkhaus in der Osnabrücker City.

Durch das charmante Osnabrücker Land

Für die etwas über 80 Kilometer haben wir mit einem Abstecher zu unserer Übernachtungsmöglichkeit zwei entspannte Tage aud dem Rad eingeplant.

Mit der Bahn fahren wir dafür zunächst gemütlich bis zum Osnabrücker Hauptbahnhof. Vor Ort schwingen wir uns gleich auf die Räder, denn Startpunkt der Friedensroute ist nicht der Bahnhof, sondern der Marktplatz.

 

Die Stadt Osnabrück überrascht uns gleich mit viel historischem Charme: In der Altstadt reiht sich ein schmuckes Fachwerkhäuschen fast an das nächste. Daneben stehen weitere imposante historische Bauten, zum Beispiel das Rathaus oder die vielen Kirchen. Kein Wunder, dass es hier voll und wuselig ist! Wir essen in der Trattoria am Rathaus hervorragend zu Mittag und beobachten entspannt die unterschiedlichen Touristen. Dabei nehmen wir uns vor, Osnabrück auf jeden Fall noch mal einen gesonderten Besuch abzustatten - vielleicht aber nicht gerade an einem Samstag in der Hauptsaison.

Blick in die Osnabrücker Altstadt
Historisch und gemütlich: Osnabrücker Altstadt

Doch dann geht es endlich los! Schon nach wenigen Kilometern lassen wir die Innenstadt von Osnabrück zurück und begeben uns in hügeliges Gelände. Unser Weg führt größtenteils bergab, und ein, zwei Mal gibt es auch steilere Abfahrten. Wer die Strecke mit Kindern oder Ungeübten fährt, wird an diesen Stellen lieber absteigen wollen. Der Weg ist bestens ausgeschildert: An der üblichen grünen (Niedersachsen) oder roten (Nordrhein-Westfalen) Radwegbeschilderung hängt jeweils ein kleines quadratisches Schildchen mit der Abbildung eines Friedensreiters in grün. Das Schild ist manchmal in einem Wust von weiteren Piktogrammen und Schildern nicht auf den ersten Blick zu erkennen, aber spätestens bei einem Halt immer zu finden.

Gut beschildert und leicht gefunden

Gründe Radwegeschilder vor einem historischen Haus in der Osnabrücker Altstadt.
Willkommen im Schilderwald: Gar nicht so einfach, hier das Piktogramm mit dem Friedensreiter (links unten in der Mitte) im Vorbeifahren zu erkennen.
Ein Kornfeld mit Wäldern und Hügeln im Hintergrund.
Hügelige Landschaften: Die Friedensroute führt durch das Osnabrücker Land.

Die Landschaft, durch die wir fahren, ist zunächst wunderbar abwechslungsreich: Flüsse, Hügel, Wälder und Felder begleiten uns. Wir kommen durch diverse kleinere Orte, die alle mit viel Fachwerk aufwarten können. Auch Bahnhöfe sind nie weit weg - das ist gut zu wissen für den Fall eines Platten oder anderen Zwischenfällen. Allerdings ist Gastronomie nicht überall vorhanden. Es empfiehlt sich daher, genug Proviant einzustecken und bei warmem Wetter den einen oder anderen Liter Wasser zusätzlich mitzunehmen.

Das Highlight auf dieser Etappe ist sicherlich Tecklenburg. Die Friedensroute führt eigentlich nur knapp daran vorbei, doch der Weg auf den Berg hinauf in das historische Städtchen lohnt sich. Zeit für einen Bummel durch den Ort und einen Abstecher zur Burgruine!

Infos und Tipps zu Tecklenburg haben wir in einem eigenen Artikel zusammengestellt.

Vom Osnabrücker Land ins Münsterland

Eingang Flughafen Münster-Osnabrück.
Kurz vor Greven kommt man am Flughafen Münster-Osnabrück vorbei.

Im weiteren Verlauf der Strecke wird es flacher und die Landschaft gleichförmiger. Mais- und Weizenfelder lösen die Wälder ab, Flüsse gibt es (bis auf den einen oder anderen Abschnitt am Kanal) kaum noch. Das fährt sich natürlich einfacher, ist aber auch nicht mehr ganz so hübsch. Offensichtlich sind wir im flachen Münsterland angekommen. Wir passieren die Städtchen Lengerich und Ladbergen, die beide genügend Einkehrmöglichkeiten bieten, aber moderner und nicht mehr so charmant daherkommen wie die Orte Richtung Osnabrück. Bevor wir unser Ziel, Münster, erreichen, geht es noch durch Greven. Auch hier gibt es genügend Möglichkeiten für eine Rast, aber der Ort hinterlässt keine bleibenden Eindrücke. Der renaturierte Abschnitt der Ems direkt hinter der Stadt ist allerdings ein Bschöner Anblick. Und hübsch geht es auch weiter, wenn wir durch Gimbte fahren. Hier erwartet uns noch ein letztes Mal der Charme der restaurierten Fachwerkhäuser, bevor wir durch die sogenannten Bockholter Berge, einem kleinen Heidegebiet, und die Rieselfelder, einem Vogelschutzgebiet, schließlich in Münster ankommen.

Tipps für einen Aufenthalt in Münster haben wir hier vorgestellt.


Kompakter Tourenbegleiter

Im Verlag Esterbauer ist das passende Radtourenbuch 2022 neu erschienen:

Friedensroute - Auf den Spuren des Westfälischen Friedens hält nicht nur Karten mit allen Streckenabschnitten und wichtigen Sehenswürdigkeiten parat, sondern informiert knapp und verständlich auch über alles, was Radfahrende wissen wollen: Von der Streckenbeschaffenheit über die historischen Hintergründe bis hin zu Übernachtsmöglichkeiten. Zahlreiche Bilder machen Lust auf das Radfahren. Mit Hilfe von QR-Codes gibt es auch noch GPS-Tracks und eventuelle Updates tagesaktuell auf's Smartphone.

 

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